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Taucherarbeiten

Taucher-Einsatz im 1,80 m Micro-Tunnel

🤿1,80 m Micro Tunnel. Metertief unter Wasser, bis zum Startschacht geflutet 🤿

Was sich wie ein Extremszenario anhört, war für unser Tauchteam kürzlich Realität.
Bei einem Projekt im maschinellen Rohrvortrieb stand eine AVN-Tunnelbohrmaschine (Ø 1,80 m) sowie der bereits aufgefahrene Tunnel aus bislang ungeklärten Gründen vollständig unter Wasser – vom Startschacht bis zur Maschine.
Der einzige Zugang zur Maschine führte über den Startschacht. Für unsere Taucher bedeutete das: mit kompletter Ausrüstung mehrere viele Meter durch einen nur 1,80 m engen Tunnel tauchen, um die Maschine überhaupt zu erreichen.

Doch der Weg dorthin war alles andere als frei. 🚧
Durch das eindringende Wasser wurden zahlreiche Gegenstände in den Tunnel gespült: Holzspulen, Ölfässer und verschiedene Bauteile, die sich im engen Tunnel verkeilt hatten. Diese Hindernisse mussten unter Wasser zunächst geräumt und aus dem Weg geschafft werden, bevor der Zugang zur TBM möglich war.
Zusätzlich wurde der ohnehin enge Tunnel durch die Dähner der Rohrverbindung weiter verengt. Der Taucher musste sich zwischen diesen Bauteilen hindurcharbeiten, während gleichzeitig Hydraulikleitungen entlang des Tunnels verliefen, an denen sich Ausrüstung jederzeit hätte verhaken können.

Ein weiterer kritischer Punkt lag direkt vor der Maschine:
Der Taucher musste über das Maschinenrohr und an den Antriebsmotoren der TBM vorbeitauchen – eine besonders enge und unübersichtliche Stelle.
Hinzu kamen extreme Sichtprobleme. Beim ersten Tauchgang war noch eine eingeschränkte Orientierung möglich. Doch mit jeder Bewegung wurden Sedimente und Schmutzpartikel aufgewirbelt. Die Sicht verschlechterte sich schnell – zeitweise auf unter 10 cm.

Der kritischste Moment lag jedoch im Inneren der Maschine selbst.
Der Taucher konnte nur mit dem Kopf voraus in die Maschine eintauchen. Drehen war im Inneren aufgrund der engen Platzverhältnisse nicht möglich. Der Rückweg musste deshalb rückwärts, mit den Füßen voraus, erfolgen.

Für solche Situationen ist das Teamkonzept entscheidend:
Während des gesamten Einsatzes befand sich ein Reservetaucher nur zwei bis drei Meter hinter dem arbeitenden Taucher, um jederzeit eingreifen zu können. Im Notfall hätte er den Taucher an den Füßen aus der Maschine herausziehen müssen.

Trotz der extremen Platzverhältnisse, der langen Distanz im gefluteten Tunnel und der nahezu nicht vorhandenen Sicht gelang es unserem Tauchteam schließlich, die Ursache an der Tunnelbohrmaschine zu lokalisieren und erfolgreich zu beheben.

Ein außergewöhnlicher Einsatz, der zeigt, wie wichtig spezialisierte Berufstaucher bei unvorhergesehenen Situationen im Tunnelbau und Rohrvortrieb sein können.

👏Vielen Dank an das gesamte Projektteam für die professionelle Zusammenarbeit.

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